2025 war ein starkes Jahr der Antirassismusarbeit
Für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt – die Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus stärkt die Beratungs- und Präventionsarbeit im Kreis Mettmann
Alltagsrassismus nimmt zu, Gewalttaten werden enthemmter, die Grenzen des Sagbaren verschieben sich und menschenverachtende Positionen erfahren eine zunehmende Normalisierung. Im vergangenen Jahr bearbeitete die Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus (BgA) 118 Beratungsfälle aus unterschiedlichen Lebensbereichen: Wohnen, Arbeit, Bildung, öffentliche Institutionen. „Die Steigerung der Beratungsfälle zeigt nicht nur einen beunruhigenden gesellschaftlichen Trend, sondern bildet zudem die Etablierung unserer Arbeit im Kreis Mettmann ab“, sagt Robert Goroyan vom Team der Beratungsstelle und verweist auf die Zahlen aus den letzten Jahren: 2024 wurden 93 Fälle und 2023 44 Fälle gemeldet und von der Beratungsstelle beraten. „Wir bieten Betroffenen eine unabhängige, kostenfreie und wohnortnahe Anlaufstelle. Wir stärken Menschen auf Augenhöhe, geben ihnen eine Stimme und vertreten ihre Anliegen gegenüber Institutionen und der Öffentlichkeit“, fasst Kira Waschk den Auftrag der BgA zusammen. Der Bedarf an qualifizierter Antirassismusarbeit bleibt hoch – bundesweit wie auch im Kreis Mettmann.
Neben der Einzelfallberatung ist die präventive Arbeit ein zentraler Baustein. Über 400 Personen wurden durch 15 individuelle Präventionsveranstaltungen erreicht und zum Thema Alltagsrassismus sensibilisiert. Darüber hinaus konnten 14 nachhaltige Präventionsreihen implementiert werden. Die BgA war zusätzlich Teil von 32 Netzwerkveranstaltungen. BgA-Mitarbeiterin Julia Kioltyka erklärt: “Dazu zählen unterschiedliche Gremien, Ausschüsse und Runde Tische im Kreis, aber auch Kulturveranstaltungen wie Lesungen, interkulturelle Festivals und Nachbarschaftsfeste. Hier nutzen wir das Potenzial dieser Netzwerke, um unsere Arbeit noch bekannter zu machen und Betroffene und Interessierte mit unseren Angeboten zu erreichen.“ Ob in Bildungseinrichtungen, bei Fachkräften, in Stadtverwaltungen, oder im Ehrenamt – die Nachfrage nach Workshops, Vorträgen und Kooperationen wächst stetig. Durch diese kontinuierliche Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit hat sich die BgA eine starke Position in der öffentlichen Wahrnehmung erarbeitet. Auch digital konnte die Reichweite deutlich gesteigert werden: Die Social-Media-Präsenz vervierfachte sich und trägt maßgeblich zur Sensibilisierung und Informationsquelle einer breiten Öffentlichkeit bei.
Die Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus ist ein kreisweites Gemeinschaftsprojekt der fünf Wohlfahrtsverbände AWO, Caritas, Diakonie, Paritätischer und DRK und wird vom Kreis Mettmann finanziert und gefördert. Mit ihren Angeboten ist die BgA seit Jahren eine lokale Akteurin in der Beratungslandschaft und leistet wichtige Bildungs-, Vernetzungs- und Sichtbarkeitsarbeit für Toleranz und gegen Gewalt und Ausgrenzung aller Menschen. Kontakt, Konzept und weitere Informationen sind auf https://gegen-alltagsrassismus.org/ verfügbar.